Donnerkogel-Klettersteig Gosau: Himmelsleiter, Anfahrt & Kosten

Donnerkogel-Klettersteig bei Gosau: Schwierigkeit C/D, die berühmte Himmelsleiter, Gosaukammbahn-Preise, Parkplatz, Übernachtung und Kosten. Der komplette Tourenguide.

Der Große Donnerkogel im Gosaukamm im Sommer, Ausgangspunkt des Donnerkogel-Klettersteigs mit der Himmelsleiter
Jochen Teufel (Iotatau) · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Der Donnerkogel-Klettersteig bei Gosau, offiziell Intersport-Klettersteig, gehört zu den bekanntesten Via-ferrata-Routen im Salzkammergut, und das vor allem wegen einer einzigen Sektion: der Himmelsleiter. 40 Meter freihängende Sprossen über einer Schlucht, dazu Schwierigkeit C/D auf dem Weg zum Großen Donnerkogel (2.054 m). Wer den Steig plant, braucht mehr als ein Instagram-Foto der Leiter. Dieser Guide bündelt Route, Himmelsleiter, Anfahrt mit der Gosaukammbahn, Übernachtung, Kosten und die Sicherheitspunkte, die vor dem Start wichtig sind.

Ausgangspunkt ist die Bergstation der Gosaukammbahn auf 1.485 Metern, mitten im Dachsteingebirge an der Grenze zwischen Oberösterreich und Salzburg. Von dort führt der Donnerkogel-Klettersteig über den Gosaukamm-Grat auf den Gipfel, mit Blick auf den Dachstein-Gletscher und den Gosausee tief unten im Tal.

Die Route auf einen Blick

MerkmalAngabe
SchwierigkeitC/D (Mittelteil A/B–B/C, Schlüsselstellen C/D)
Kletterstreckeca. 470 Höhenmeter am Drahtseil (Bergsteigen.com)
Höhenmeter gesamtca. 650 Hm ab Bergstation
Kletterzeitca. 3 Stunden
Gesamtdauer (ab Bergstation, mit Zu- und Abstieg)ca. 4,5–5 Stunden
Einstieg / Gipfelca. 1.550–1.590 m / 2.054 m
Zustieg ab Bergstation20–30 Minuten
Abstiegca. 1,5–2 Stunden, Weg 628
SaisonMai bis Oktober (Kernsaison eher Mitte Juni–Mitte Oktober)
Konditionmittel bis hoch, kein Anfängersteig

Bei der reinen Kletterstrecke weichen die Quellen deutlich voneinander ab: Bergsteigen.com und der Dachstein-Salzkammergut-Tourismus nennen 470 Höhenmeter, andere Anbieter kommen auf 570 bis 690 Meter, je nachdem, ob nur das Drahtseil oder die ganze Runde ab Talstation gezählt wird. Für die Planung zählt ohnehin der Gesamttag: Mit Auf- und Abstieg und der Fahrt mit der Gosaukammbahn ist man selten unter viereinhalb Stunden unterwegs, wer ohne Bahn von Gosau aus zu Fuß startet, braucht einen ganzen Tag.

Für wen lohnt sich der Donnerkogel-Klettersteig? Für Kletterer mit Erfahrung, die C/D-Passagen sicher gehen und ein Fotomotiv suchen, das sonst nur aus dem Ausland bekannt ist. Wer noch nie an einem Klettersteigset gehangen ist, sollte woanders anfangen oder sich einem Bergführer anschließen, etwa über Laserer alpin in Gosau.

Die Himmelsleiter (Stairway to Heaven)

Die Himmelsleiter ist der Grund, warum der Donnerkogel-Klettersteig weit über das Salzkammergut hinaus bekannt ist. Es handelt sich um eine rund 40 Meter lange Sprossenleiter, die frei zwischen zwei Stahlseilen hängt und eine tiefe Schlucht im mittleren Abschnitt des Steigs überquert, zwischen dem Bereich um die Zwieselalm und dem Donnermandl. Gebaut wurde sie 2017 von Outdoor Leadership unter Heli Putz, als Ergänzung zum bestehenden Steig.

Technisch ist die Himmelsleiter mit Grad B eher leicht. Was sie schwer macht, ist die Ausgesetztheit: keine Bodenbretter, keine seitliche Verkleidung, nur Sprossen und Drahtseil über der Tiefe, dazu ein leichtes Schaukeln bei jedem Schritt. Der eigentliche kletterische Schlüssel des Steigs liegt an anderer Stelle, an der Kaiser-Verschneidung, aber die Leiter ist die Stelle, wegen der die meisten kommen.

Weil auf der Konstruktion nur vier Personen gleichzeitig zugelassen sind, bilden sich an Sommerwochenenden regelmäßig Warteschlangen davor. Wer Ruhe und ein freies Foto will, plant einen Wochentag oder einen frühen Start ein. Eine ältere, technisch einfachere Steigvariante umgeht die Leiter für alle, die sie auslassen möchten. Der Lohn für alle anderen: Blick auf den Dachstein-Gletscher und das Gosautal, während man über der Schlucht hängt.

Anfahrt & Parken

Zwei Wege führen zum Donnerkogel-Klettersteig, und sie sollten nicht verwechselt werden.

Der übliche Zustieg läuft über die Gosaukammbahn ab Gosau (Anfahrt über die B166). Die Bahn bringt dich direkt zur Bergstation auf 1.485 Metern, von dort sind es 20 bis 30 Minuten zu Fuß bis zum Einstieg. Ein größerer Parkplatz liegt direkt an der Talstation, eine gesicherte GPS-Koordinate und ein offiziell genannter Tagestarif für diesen Parkplatz waren zum Redaktionsschluss nicht auffindbar. Seit Sommer 2024 ist das Parken im gesamten Gosautal aber grundsätzlich gebührenpflichtig.

Klarer dokumentiert ist das Parksystem beim Vorderen Gosausee (GPS ca. 47,5337, 13,4959), das gestaffelt nach Zone und Dauer abrechnet: von 6 Euro für 3 Stunden (Zone P0) bis 10 Euro pro Tag in den weiter entfernten Zonen P4/P5, Wohnmobile nur in P5. Von hier aus ist der Fußzustieg zum Einstieg deutlich länger, 1,5 bis 2,5 Stunden, dafür ist die Gegend am See selbst schon ein Ausflugsziel.

Öffentlich erreichst du Gosau über den Bahnhof Steeg-Gosau und die Buslinie 542. Die Gosaukammbahn selbst kostet 2026 für Erwachsene 24,50 Euro für Berg- und Talfahrt (online-Tarif), Kinder 13,50 Euro, Jugendliche 22,10 Euro. Sie ist von 9. Mai bis 1. November in Betrieb.

Übernachtung

Nahe der Bergstation liegt die Gablonzer Hütte, eine Alpenvereinshütte mit Lager- und Zimmerplätzen. Bio-Austria-zertifiziert und mit saisonaler Küche, geöffnet über die Sommersaison von Mai bis Anfang November. Genaue, verlässliche 2026er-Preise für Lager oder Zimmer waren online nicht einheitlich zu bestätigen, für Mitglieder des Alpenvereins gelten ohnehin reduzierte Sätze. Am besten direkt bei der Hütte anfragen oder buchen.

Im Tal, in Gosau selbst, gibt es zusätzlich Hotels und Pensionen in allen Kategorien, etwa das Berghotel auf der Annaberg-Seite des Gosaukamms. Wer die Tour mit einer Nacht am Berg verbindet, sollte in der Hochsaison rechtzeitig reservieren, an der Himmelsleiter wird es an schönen Wochenenden voll, und das gilt auch für die Hütte darunter.

Sehenswürdigkeiten unterwegs

Der Vordere Gosausee mit seinem Spiegelbild des Dachsteins ist einer der meistfotografierten Seen Österreichs und liegt direkt an der Anfahrt. Am Steig selbst ist neben der Himmelsleiter der Blick auf den Dachstein-Gletscher das Highlight, dazu der Gosaukamm-Grat mit Kleinem Donnerkogel und Donnermandl. Auf dem Gipfel des Großen Donnerkogel steht seit 2015 ein Metallkreuz mit Rundumblick auf Dachstein und Tennengebirge.

Wer nach der Höhenluft noch Lust auf einen Kontrast hat, findet ihn unter Tage: Die Salzwelten in Hallstatt, Hallein und Altaussee zeigen das Salzkammergut von der anderen Seite, tief im Berg statt hoch am Grat.

Einkehr & Essen

Bewirtschaftet sind auf der Route vor allem die Gablonzer Hütte und die Sonnenalm auf der Zwieselalm, dazu die Rottenhofhütte auf der Zustiegsseite von Salzburg mit hausgemachten Käsespezialitäten. Konkrete Speisekartenpreise für Bier, Hauptspeise oder Jause waren für keine der Hütten verlässlich zu recherchieren, die Preise variieren zudem saisonal. Vor Ort oder auf den Hütten-Websites nachfragen ist hier die zuverlässigere Quelle als jede Pauschalzahl.

Ein praktischer Hinweis: Nach den Hütten gibt es am Steig selbst keine Möglichkeit mehr, Wasser aufzufüllen. Genug Trinkwasser für den ganzen Tag einpacken, gerade an heißen Sommertagen zieht sich die Gesamtzeit mit Zu- und Abstieg schnell auf einen halben Tag.

Kosten-Übersicht

Der Donnerkogel-Klettersteig selbst kostet nichts, die größeren Posten sind Bergbahn und gegebenenfalls Ausrüstung oder Bergführer. Die folgende Übersicht zeigt die typischen Positionen (Stand: Juli 2026):

PositionKosten (Richtwert)
Gosaukammbahn (Berg- und Talfahrt, Erwachsene)24,50 € online, Kinder 13,50 €
Parken Vorderer Gosausee6 € / 3 Std. (P0) bis 10 € / Tag (P4–P5)
Parken Talstation Gosaukammbahngebührenpflichtig seit 2024, genauer Tarif vor Ort prüfen
Klettersteigset-Verleihz. B. Sport Jirka oder Laserer alpin, Gosau (Preis auf Anfrage)
Bergführer (optional)z. B. Laserer alpin, 2-Tages-Paket inkl. Leihausrüstung ab 950 € (ohne Bahnticket)
Übernachtung Gablonzer Hütteje nach Kategorie, direkt bei der Hütte erfragen
Verpflegung (Einkehr/Jause)je nach Hütte und Wahl

Für zwei Personen an einem Tag mit Gosaukammbahn und ohne Übernachtung bleibt der Kernblock damit überschaubar: rund 49 Euro für die Bergbahn zu zweit, plus Parkgebühr und Verpflegung. Wer die Ausrüstung erst leihen muss oder einen Bergführer bucht, kalkuliert deutlich mehr, hier lohnt die vorherige Preisanfrage direkt bei Sport Jirka, Laserer alpin oder Outdoor Leadership.

Sicherheit & Ausrüstung

Der Donnerkogel-Klettersteig ist trotz der spielerisch wirkenden Himmelsleiter kein Steig für den ersten Versuch. Komplettes Klettersteigset mit Bandfalldämpfer, Helm und Handschuhe sind Pflicht, dazu feste Bergschuhe. Verliehen werden Sets unter anderem bei Sport Jirka direkt an der Talstation und bei Laserer alpin in Gosau.

Die größte Gefahr ist Nässe. Bei Regen werden die Fels- und Trittstellen rutschig, und die langen Drahtseile wirken bei Gewitter wie Blitzableiter, ein Start bei aufziehendem Unwetter ist tabu. Der Abstieg über Weg 628 wird oft unterschätzt und braucht Trittsicherheit, nicht nur der Aufstieg.

Wer sich die C/D-Bewertung nicht zutraut oder zum ersten Mal an einem Drahtseil unterwegs ist, bucht besser einen Bergführer statt zu improvisieren. Laserer alpin und Outdoor Leadership bieten geführte Touren mit Leihausrüstung an, die Kosten dafür sind auf Anfrage zu erfragen. Die Saison läuft grob von Mai bis Oktober, verlässlicher ist meist das Fenster Mitte Juni bis Mitte Oktober, wenn Schneereste in den oberen Passagen sicher abgetaut sind.

Der Donnerkogel-Klettersteig ist Teil unserer Übersicht aller Klettersteige Österreichs im Vergleich. Mehr Touren und Ziele in der Region gibt es im Überblick zu Oberösterreich und auf unserem Hub für alles über Tage. Der komplette Blick auf die Region, oben am Fels und unten im Berg, wartet auf der Startseite von Österreich – Oben und Unten.


Stand: Juli 2026. Quellen: Bergsteigen.com (Tourendaten Schwierigkeit/Höhenmeter/Dauer), via-ferrata.de und klettersteig.de (Topo, Himmelsleiter-Details, GPS), Dachstein Salzkammergut Tourismus und dachstein.at (Saison, Gosaukammbahn-Preise 2026), gosausee.com (Parkgebühren Vorderer Gosausee). Preise, Öffnungszeiten und Parkgebühren an der Talstation vor dem Besuch direkt bei Bergbahn und Tourismusverband prüfen.

Häufige Fragen

Wie schwer ist der Donnerkogel-Klettersteig?
Der Donnerkogel-Klettersteig (offiziell Intersport-Klettersteig) ist durchgängig mit C/D bewertet. Der Mittelteil liegt eher bei A/B bis B/C, die Schlüsselstellen an der Kaiser-Verschneidung und kurz nach der Himmelsleiter gehen auf C/D. Ein Einsteigersteig ist er nicht.
Was ist die Himmelsleiter am Donnerkogel-Klettersteig?
Die Himmelsleiter (auch Stairway to Heaven genannt) ist eine rund 40 Meter lange, freihängende Sprossenleiter zwischen zwei Stahlseilen, die eine Schlucht im mittleren Teil des Steigs überquert. Technisch ist sie nur Grad B, wirkt durch die Ausgesetztheit und das Schaukeln aber deutlich schwerer. Gebaut wurde sie 2017 von Outdoor Leadership.
Wie lange dauert der Donnerkogel-Klettersteig?
Die reine Kletterzeit liegt laut Bergsteigen.com bei rund 3 Stunden, mit Zustieg von der Bergstation und Abstieg solltest du 4,5 bis 5 Stunden einplanen. Ohne Gosaukammbahn und mit dem vollen Fußzustieg von Gosau aus wird ein ganzer Tag daraus.
Wie kommt man zum Donnerkogel-Klettersteig und was kostet die Gosaukammbahn?
Üblicher Zustieg ist die Gosaukammbahn ab Gosau, die 2026 für Erwachsene 24,50 Euro (Berg- und Talfahrt, online gebucht) kostet und von 9. Mai bis 1. November läuft. Von der Bergstation sind es 20 bis 30 Minuten zu Fuß zum Einstieg. Alternativ zu Fuß ab dem Parkplatz beim Gosausee, dafür 1,5 bis 2,5 Stunden Zustieg einplanen.
Ist der Donnerkogel-Klettersteig für Anfänger geeignet?
Nein. Mit C/D und einem anspruchsvollen Abstieg über den Weg 628 richtet sich der Steig an Kletterer mit Erfahrung. Wer noch nie an einem Drahtseil gehangen ist, sollte einen leichteren Steig wählen oder einen Bergführer buchen, etwa über Laserer alpin oder Outdoor Leadership.
Wann ist der Donnerkogel-Klettersteig geöffnet?
Die Kletter-Saison läuft laut Bergsteigen.com von Mai bis Oktober, andere Quellen nennen eher Mitte Juni bis Mitte Oktober als sicheres Fenster. Die Gosaukammbahn selbst ist 2026 von 9. Mai bis 1. November in Betrieb. Bei Nässe oder Gewittergefahr sollte man verzichten, die Drahtseile wirken dann wie Blitzableiter.