Mahdlgupf-Klettersteig am Attersee: Tourenguide
Mahdlgupf-Klettersteig über dem Attersee: Schwierigkeit D/E, Parkplatz Forsthaus Weißenbach mit GPS und Gebühr, Route, Kosten und die Sicherheitspunkte für den Höllengebirge-Klassiker.
Der Mahdlgupf-Klettersteig hängt praktisch senkrecht über dem türkisen Attersee, und genau diese Ausgesetztheit macht ihn berühmt. Rund 600 Klettermeter durch die Nordwestwand des Höllengebirges, Schwierigkeit D/E, dazu ein Blick auf den See, der beim Klettern selbst schwer auszuhalten ist, weil man ihn eigentlich nur zwischen den Griffen erhascht. Dieser Guide bündelt Anfahrt, den Parkplatz Forsthaus in Weißenbach mit GPS und Gebühr, Route, Kosten und die Sicherheitspunkte, die man vor dem Mahdlgupf-Klettersteig wirklich kennen sollte.
Zur Einordnung: Der Gipfel liegt auf 1.261 Metern an der Mahdlschneid zwischen Kleinem und Großem Schoberstein sowie der Brennerin (1.602 m), in der Gemeinde Steinbach am Attersee. Der Errichter- und Erhaltungsverein Mahdlgupf hat den Steig 2012 durch die Nordwestwand gebaut. Seither zieht er laut Wikipedia rund 10.000 Begeher pro Jahr an, was ihn zu einem der meistbegangenen Klettersteige des Salzkammerguts macht, trotz seiner Schwierigkeit.
Die Route auf einen Blick
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Schwierigkeit | D/E (Schlüsselstelle: überhängender Einstieg seit 2020), dazwischen mehrere D-Stellen, Rest um B/C |
| Kletterstrecke | ca. 600 Höhenmeter, rund 1.200 Seilmeter |
| Höhenmeter gesamt | ca. 790–870 Hm (je nach Quelle) |
| Kletterzeit | ca. 3,5 Stunden |
| Gesamtdauer (mit Zu- und Abstieg) | ca. 5 bis 5,5 Stunden |
| Einstieg / Gipfel | ca. 650 m / 1.261 m |
| Zustieg | ca. 30 Minuten (Nikoloweg zum Jaga-Wolferl-Graben) |
| Abstieg | ca. 1 bis 1,75 Stunden |
| Saison | Mai bis Oktober empfohlen, offiziell 1. Nov. bis 31. März gesperrt |
| Kondition | sehr hoch, nur für erfahrene Klettersteiggeher |
Bei den Gesamtwerten weichen die Quellen leicht ab. Bergsteigen.com nennt 870 Höhenmeter gesamt bei 600 Klettermetern, klettersteig.de kommt auf 790 Hm bei einer Kletterzeit von 3:30 Stunden plus 1:45 Stunden Abstieg. Für die Planung heißt das: einen ganzen Tag reservieren, nicht knapp kalkulieren, und spätestens am frühen Nachmittag einsteigen.
Der Mahdlgupf-Klettersteig beginnt seit der Umlegung 2020 mit einem bewusst überhängenden D-Abschnitt direkt am Einstieg, dem sogenannten Schoko-Wändchen. Der Erhaltungsverein wollte damit weniger erfahrene Geher schon am Anfang aussortieren, bevor sie sich in schwierigerem Gelände weiter oben verausgaben. Danach wechseln sich B/C-Passagen mit zwei weiteren D-Stellen ab, immer mit Blick auf den See unter den Füßen.
Für wen lohnt sich der Mahdlgupf-Klettersteig? Für geübte Klettersteiggeher mit guter Kraftausdauer, die Länge und Ausgesetztheit nicht scheuen und einen der spektakulärsten Seeblicke Österreichs suchen. Wer noch keine D-Steige gegangen ist, sollte sich woanders warmklettern, etwa am Drachenwand-Klettersteig am Mondsee, bevor er sich hier versucht.
Anfahrt & Parken
Von Wien oder Linz kommend nimmst du die A1 Westautobahn bis zur Ausfahrt Attersee Ost (Schörfling) und fährst über die B152 via Weyregg und Steinbach nach Weißenbach am Attersee. Von Salzburg aus geht es über die A1 bis Attersee Süd (Mondsee), dann über B151/B152 ebenfalls nach Weißenbach.
- GPS Parkplatz Forsthaus (Weißenbach): 47.799665, 13.539619
- GPS Einstieg: 47.80520, 13.55306
- Parkgebühr: 4 Euro pro Tag, kassiert von Juni bis August; außerhalb dieser Monate ist der Platz gebührenfrei (Richtwert laut Tourismusverband Attersee-Attergau / bergsteigen.com)
Der Parkplatz liegt an der Allee direkt an der B152, bei der Brücke in Weißenbach, mit rund 40 Stellplätzen. Von dort führt der Zustieg über den Nikoloweg zum Jaga-Wolferl-Graben, dort rechts hinauf zum Einstieg. Rund 30 Minuten solltest du dafür einplanen, bei Nässe etwas mehr. Öffentlich ist Weißenbach am Attersee über die Buslinien im Salzkammergut erreichbar, für den frühen Start am Wochenende ist ein eigenes Auto trotzdem klar im Vorteil. Der Platz ist mit rund 40 Stellplätzen nicht riesig, an schönen Sommertagen lohnt sich ein früher Start doppelt.
Übernachtung
Steinbach am Attersee ist eines der offiziellen Bergsteigerdörfer Österreichs, direkt am Fuß des Höllengebirges gelegen. Die Auswahl an Privatzimmern und Pensionen ist dementsprechend groß: Privatzimmer Gertraud Reichl und Pension Stückler liegen zentral im Ort mit Blick auf See und Höllengebirge, die Pension Resch ist ein Biobauernhof am Südufer mit eigenem Seezugang.
Am Attersee selbst, etwas näher an Weißenbach, findest du zusätzlich klassische Hotelbetriebe wie Hotel Post am Attersee, Hotel “Zur Nixe” und Hotel Föttinger. Laut Buchungsportalen starten Zimmer in der Region bei rund 86 Euro pro Nacht, die genaue Preislage schwankt stark nach Saison und Kategorie. Verlässliche, tagesaktuelle Preise liefert das Buchungsportal des Tourismusverbandes Attersee-Attergau. Wer den Steig früh am Morgen beginnen will, um Hitze und Andrang zu umgehen, bucht am besten direkt in Steinbach oder Weißenbach statt am anderen Seeufer.
Sehenswürdigkeiten unterwegs
Der Attersee selbst ist die naheliegendste Belohnung: der größte See des Salzkammerguts, nach der anstrengenden Tour ideal zum Abkühlen. Gustav Klimt verbrachte hier mehrere Sommer und malte einige seiner bekanntesten Landschaftsbilder direkt am Ufer, das Klimt-Zentrum Attersee-Attergau in Kammer bei Schörfling zeigt dazu Hintergründe und Reproduktionen.
Wer nach dem Klettersteig noch Kondition übrig hat, kann vom Mahdlgupf weiter zur Brennerin (1.602 m) queren oder Richtung Hochleckenhaus (1.572 m) der Alpenverein-Sektion Vöcklabruck wandern, das allerdings einen eigenen Zustieg braucht und nicht direkt am Klettersteig-Weg liegt. Wer nach der Höhe lieber in die Tiefe will, findet den Kontrast im Salzkammergut selbst: Der Salzbergwerk-Vergleich Hallstatt, Hallein und Altaussee zeigt die andere Seite der Region, tief im Stollen statt hoch am Drahtseil.
Einkehr & Essen
Direkt am Ausgangspunkt in Weißenbach und im nahen Steinbach gibt es mehrere Adressen für die Einkehr nach der Tour. Gasthaus Kienklause und die Mostschenke Grablerhof servieren traditionelle Küche und, beim Grablerhof, hausgemachten Apfelmost aus eigener Produktion. Wer direkt am Wasser sitzen will, findet das im Restaurant des Hotels “Zur Nixe” in Steinbach.
Als Richtwert für die Region liegt eine Hauptspeise im Gasthaus meist bei etwa 14 bis 22 Euro, ein Kaiserschmarrn bei 9 bis 12 Euro und die Halbe Bier bei rund 4,50 Euro, wobei diese Preise saisonal schwanken und vor Ort zu prüfen sind. Direkt am Gipfel gibt es keine bewirtschaftete Hütte, für die Tour also ausreichend Wasser und eine Jause einpacken. Die Mostschenke Grablerhof hat wie viele Betriebe in der Region saisonale Öffnungszeiten, ein Anruf vorab erspart die Enttäuschung vor verschlossener Tür.
Kosten-Übersicht
Der Mahdlgupf-Klettersteig kostet im Kern nur die Parkgebühr, weil weder Seilbahn noch Einstiegsgebühr anfallen. Die folgende Übersicht zeigt die typischen Positionen (Stand: Juli 2026):
| Position | Kosten (Richtwert) |
|---|---|
| Parken (Forsthaus Weißenbach) | 4 € pro Tag, Juni–August; sonst gebührenfrei |
| Klettersteigset-Verleih vor Ort | nicht ausgewiesen – Ausrüstung mitbringen |
| Bergführer (optional) | auf Anfrage, z. B. über TVB Attersee-Attergau oder Alpenverein-Sektion Mondsee |
| Übernachtung Pension/Gasthof | ab ca. 86 € pro Nacht, je nach Kategorie und Saison |
| Verpflegung (Einkehr/Jause) | ca. 15–25 € pro Person |
Für zwei Personen an einem Tagesausflug ohne Übernachtung bleibt der harte Kostenblock also klein: die 4 Euro Parkgebühr plus Verpflegung. Der größte Posten ist wie so oft die Ausrüstung, falls sie noch fehlt. Da vor Ort kein Verleih ausgewiesen ist, lohnt sich der Griff zum eigenen Set oder eine Leihe vorab in einer größeren Stadt der Umgebung.
Sicherheit & Ausrüstung
Der Mahdlgupf-Klettersteig ist trotz seiner Beliebtheit ausdrücklich kein Steig für Einsteiger, und genau das wird immer wieder unterschätzt.
Erstens die Ausrüstung: komplettes Klettersteigset mit Bandfalldämpfer und zwei Karabinern, Helm und griffiges, für Klettersteige geeignetes Schuhwerk sind laut klettersteig.de Pflicht. Einen Notausstieg gibt es entlang der Route nicht, wer einsteigt, muss die ganze Strecke bis zum Ausstieg durchklettern oder kontrolliert zurückklettern.
Zweitens die Länge und die Kraftausdauer. Mit rund 3,5 Stunden reiner Kletterzeit, dem harten D/E-Einstieg und mehreren weiteren D-Stellen ist der Steig länger und anspruchsvoller, als sein Ruf als beliebtes Ausflugsziel vermuten lässt. In den vergangenen Jahren kam es wiederholt zu Alpinunfällen: Berichte von nachrichten.at und alpin.de dokumentieren unter anderem einen 59-jährigen Kletterer, der 2025 beim Ausstieg rund 15 Meter abstürzte, sowie einen früheren Sturz eines 43-Jährigen aus ähnlicher Höhe. Auch ein Sturz aus rund 50 Metern ist dokumentiert (salzburg24.at). Wer sich nicht zu 100 Prozent sicher fühlt, sollte umkehren, bevor der Steig schwieriger wird, nicht mittendrin.
Drittens das Wetter und der Fels. Die unteren, erdigen Passagen liegen westexponiert und trocknen nach Regen nur langsam, dazu besteht in den erdig-losen Abschnitten Steinschlaggefahr, vor allem im Frühjahr. Vor dem Start Wetterbericht und Steigzustand prüfen, offiziell ist ohnehin nur die Zeit von 1. April bis 31. Oktober freigegeben, praktisch empfiehlt sich Mai bis Oktober.
Der Mahdlgupf-Klettersteig ist Teil unserer Übersicht aller Klettersteige Österreichs im Vergleich, dort steht er neben den anderen schwersten Steigen des Landes. Mehr Touren und Ziele in der Region gibt es im Überblick zu Oberösterreich und auf unserem Hub für alles über Tage. Der komplette Blick auf die Region, oben am Fels und unten im Berg, wartet auf der Startseite von Österreich – Oben und Unten.
Stand: Juli 2026. Quellen: Bergsteigen.com (Tourendaten Schwierigkeit/Höhenmeter/Dauer), klettersteig.de (Topo, Ausrüstungspflicht, Kletterzeiten), via-ferrata.de (GPS, Zustieg), Wikipedia (Baujahr, Begeherzahlen), Tourismusverband Attersee-Attergau / Gemeinde Steinbach am Attersee (Parkgebühr, Unterkünfte, Gastronomie), nachrichten.at/alpin.de/salzburg24.at (dokumentierte Alpinunfälle). Öffnungszeiten, Preise und Wegverhältnisse vor dem Besuch direkt bei Betreiber und Tourismusverband prüfen.
Häufige Fragen
- Wie schwer ist der Mahdlgupf-Klettersteig?
- Der Mahdlgupf-Klettersteig ist mit D/E bewertet und zählt zu den anspruchsvollsten Steigen im Salzkammergut. Der Einstieg wurde 2020 mit einem überhängenden D-Abschnitt bewusst schwerer gemacht, dazwischen liegen mehrere D-Stellen, der Rest bewegt sich um B/C. Für Anfänger ist er nicht geeignet.
- Wie lange dauert der Mahdlgupf-Klettersteig?
- Die reine Kletterzeit am Drahtseil liegt bei rund 3,5 Stunden. Mit Zustieg (etwa 30 Minuten) und Abstieg (rund 1 bis 1,75 Stunden) solltest du für die gesamte Tour 5 bis 5,5 Stunden einplanen, an einem kurzen Tag ist das eng.
- Wo parkt man für den Mahdlgupf-Klettersteig und was kostet es?
- Der Parkplatz Forsthaus liegt in Weißenbach am Attersee direkt an der Allee/B152 bei der Brücke (GPS 47.799665, 13.539619), rund 40 Stellplätze. Von Juni bis August kostet das Parken laut Tourismusverband 4 Euro pro Tag, außerhalb dieser Monate ist es gebührenfrei.
- Ist der Mahdlgupf-Klettersteig für Anfänger geeignet?
- Nein. Mit D/E, rund 600 Klettermetern und einer Gesamtdauer von über fünf Stunden gehört er zu den fordernden Steigen Österreichs. Der Erhaltungsverein hat den Einstieg 2020 sogar zusätzlich verschärft, um weniger erfahrene Geher schon am Anfang abzuschrecken. In den vergangenen Jahren gab es wiederholt Stürze mit Verletzten.
- Wann ist der Mahdlgupf-Klettersteig geöffnet?
- Offiziell ist der Steig vom 1. November bis 31. März gesperrt. Praktisch empfiehlt sich die Zeit von Mai bis Oktober, weil die unteren, erdig-schattigen Passagen nach Regen oder Schneeresten lange feucht bleiben.
- Gibt es am Mahdlgupf einen Verleih für Klettersteigsets?
- Ein Verleih vor Ort ist nicht ausgewiesen. Set, Helm und passendes Schuhwerk solltest du selbst mitbringen oder vorher in Vöcklabruck, Salzburg oder Linz ausleihen.