Postalm-Klettersteig: Anfahrt, Maut, Route & Kosten

Postalm-Klettersteig im Tennengau: Schwierigkeit C bis D, Mautstraße mit aktuellen Preisen, GPS-Parkplatz, Route durch die Postalmklamm und Kosten-Überblick. Der komplette Tourenguide.

Weite Almwiese der Postalm bei Strobl mit weidenden Kühen, im Hintergrund bewaldete Hügel des Tennengaus
Wolfgang Sauber · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Der Postalm-Klettersteig, offiziell Postalmklamm-Klettersteig, führt seit 2006 durch eine der eindrucksvollsten Schluchten im Salzburger Tennengau, mit bis zu sieben Seil- und Hängebrücken über den tosenden Rußbach. Wer nach “postalm klettersteig” sucht, will meist zwei Dinge auf einen Blick: wie schwer die Route wirklich ist und was die mautpflichtige Anfahrt kostet. Beides beantwortet dieser Guide, dazu Route, GPS-Punkte, Übernachtung und eine vollständige Kosten-Übersicht.

Zur Einordnung: Die Postalm selbst ist mit 42 Quadratkilometern das größte zusammenhängende Almgebiet Österreichs, ein Hochplateau zwischen 1.200 und 1.800 Metern in der Gemeinde Strobl am Wolfgangsee. Mitten hinein gebohrt liegt die Postalmklamm, und darin der Klettersteig, den Bergführer Stefan Gatt gemeinsam mit Kollegen in rund 14 Arbeitstagen errichtet hat. Erhalter ist heute die Postalm Aufschliessungs GmbH & Co. KG.

Die Route auf einen Blick

MerkmalAngabe
SchwierigkeitC (Klammteil), Gamsleckenwand D, Extremvariante F (nur für Experten)
Kletterlängeca. 300–350 Hm am Drahtseil
Höhenmeter gesamtca. 450–530 Hm
Kletterzeitca. 3–4 Stunden
Gesamtdauer (mit Zu- und Abstieg)ca. 4,5–6 Stunden
Ausgangspunkt / Ausstieg735 m / bis ca. 1.040 m (Postalmplateau)
Zustiegca. 10–15 Minuten
Abstiegca. 1–1,5 Stunden
SaisonMai bis Oktober
Konditionhoch

Bei den Detailwerten weichen die Quellen leicht voneinander ab. Bergsteigen.com nennt 350 Höhenmeter Kletterstrecke und 530 Höhenmeter insgesamt, klettersteig.de rechnet mit 450 Höhenmetern bis zur Schnitzhofalm, der historische Schall-Verlag-Topo mit 300 Klammmetern und 450 Höhenmetern gesamt auf rund 5 Kilometern Weglänge. Für die Planung heißt das: einen ganzen Vormittag oder Nachmittag reservieren, nicht knapp kalkulieren.

Der Postalm-Klettersteig beginnt bei der “Seufzerbrücke”, einer wackeligen, aber gut gesicherten Holzsteg-Hängebrücke. Danach folgen die “Hangelbrücke”, eine steile Schluchtquerung und der berühmte “Gattsprung”, die Schlüsselstelle im unteren Teil, bei der man mit Sprung oder Hangeln die Schluchtseite wechselt. Wer die Karstquellenwand-Variante wählt, klettert an dieser Stelle direkt weiter nach oben (C/D). Die Wiesler-Wasserfall-Variante führt stattdessen an “Freudensprung” und “Sprung ins Leben” vorbei bis zur “Großen Badewanne”, einem Gumpen am Fuß eines Wasserfalls. Beide Varianten treffen sich vor der Gamsleckenwand, dem anspruchsvollen Schlussteil mit zwei Überhängen.

Für wen lohnt sich der Postalm-Klettersteig? Für geübte Klettersteiggeher, die eine actionreiche Schlucht mit vielen Brücken und einer fordernden Schlusswand suchen. Für alle mit weniger Erfahrung bleibt die Gamsleckenwand-Umgehung eine faire Option, ohne die Klamm selbst auszulassen.

Anfahrt & Parken

Die Postalm erreicht man über die private, mautpflichtige Panoramastraße, entweder von Strobl am Wolfgangsee oder von Abtenau aus. Für den Klettersteig ist die Zufahrt von Strobl über die B158 der übliche Weg: Über St. Gilgen oder Bad Ischl geht es nach Strobl, dort biegt die Straße Richtung Postalm ab und führt zur Mautstelle.

  • Mautgebühr (Sommer 2026): PKW 14 €, Motorrad 7,50 €, Bus 78 €, Halbjahreskarte 69 €, Jahreskarte PKW 173 € (Quelle: Tourismusverband Abtenau)
  • GPS Klettersteig-Parkplatz: ca. 47.6624, 13.4593 (Kehre der Postalmstraße, Strobler Seite, ca. 735 m)
  • Parken: auf der Postalm selbst kostenlos, die Kosten entstehen ausschließlich über die Mautstraße

Wichtig für die Kalkulation: Anders als bei vielen anderen Klettersteigen in Österreich ist hier nicht das Parken der Kostenfaktor, sondern die Mautstraße hinauf. Vom eigens ausgewiesenen Klettersteig-Parkplatz sind es rund 10 bis 15 Minuten zu Fuß bis zum Einstieg bei der Seufzerbrücke. Öffentlich erreichbar ist die Postalm über den Bus ab Bad Ischl beziehungsweise Strobl, in der Hauptsaison fährt zusätzlich ein gratis Postbus von Abtenau aus, dienstags und donnerstags bei jeder Witterung.

Übernachtung

Direkt auf der Postalm gibt es keine klassischen Hotels, dafür zahlreiche Almhütten mit Gästezimmern, die zu Fuß oder mit dem Auto von den Parkplätzen erreichbar sind. Dazu zählen unter anderem Hochstallgütl am Eingang der Postalm, Postalm Lodge und Almhaus Alpenrose nahe Parkplatz 1, Almidylle Kathrin und Haus Obweg nahe Parkplatz 2 sowie die Steinleithütte und die Gruabhütte, die im Sommer sogar mit dem Auto direkt anfahrbar sind.

Konkrete Zimmerpreise variieren je nach Betrieb und Saison, hier lohnt die direkte Anfrage. Wer lieber im Tal bleibt, findet in Strobl am Wolfgangsee und in Abtenau im Tennengau die übliche Salzkammergut-Auswahl an Pensionen und Gasthöfen, buchbar über die jeweiligen Tourismusverbände.

Sehenswürdigkeiten unterwegs

Das Postalmplateau selbst ist die große Belohnung nach dem Klettersteig: 42 Quadratkilometer Almweide auf 1.200 bis 1.800 Metern, mit weiten Wanderwegen und über 2.000 Weidetieren im Sommer, eine Landschaft, die schon Kaiserin Elisabeth schätzte. Wer mag, verlängert die Tour mit einer Wanderung über das Plateau zur Schnitzhofalm, die direkt am Abstiegsweg liegt.

In der Nähe lockt der Wolfgangsee mit Bade- und Bootsmöglichkeiten, dazu der Ort St. Wolfgang mit seiner bekannten Wallfahrtskirche. Wer nach dem Höhenrausch noch Lust auf Kontrast hat, findet ihn unter Tage im benachbarten Tennengau: Ein Besuch in den Salzwelten Hallstatt, Hallein und Altaussee zeigt die andere Seite der Region, tief im Salzberg statt hoch über der Klamm.

Einkehr & Essen

Direkt am Wanderweg des Postalm-Klettersteigs liegt die Schnitzhofalm auf 1.180 Metern, eine private Jausenstation, die sich als Etappenziel nach dem Abstieg anbietet. Auf dem weiteren Almgebiet gibt es zusätzlich mehrere bewirtschaftete Hütten mit alpenländischer Küche und Hüttenklassikern, etwa Lienbachhof nahe Parkplatz 1 mit großer Sonnenterrasse, die Huberhütte, die Rosser Hütte mit hausgemachten Mehlspeisen sowie Blonde Hütte und Stroblerhütte.

Genaue Preise für Jause, Knödel oder Kuchen legt jede Hütte selbst fest und ändert sie saisonal, ein Blick auf die jeweilige Website oder ein Anruf vorab schafft Klarheit. Eine bewirtschaftete Hütte direkt am Klettersteig selbst gibt es nicht, ausreichend Wasser für die 4 bis 6 Stunden solltest du also selbst mitbringen.

Kosten-Übersicht

Der Postalm-Klettersteig ist ein Bergerlebnis mit überschaubaren, aber klar strukturierten Kosten. Die folgende Übersicht zeigt die typischen Positionen (Stand: Juli 2026):

PositionKosten (Richtwert)
Mautstraße Postalm, PKW (Sommer 2026)14 € pro Auffahrt
Mautstraße Postalm, Motorrad7,50 €
Mautstraße Halbjahreskarte69 €
Parken am Klettersteig-Parkplatzkostenlos
Klettersteigset-Verleihkein bekannter Verleih vor Ort – Ausrüstung mitbringen
Bergführer (optional)auf Anfrage
Übernachtung Almhütte/Pensionje nach Kategorie und Saison, direkt buchen
Verpflegung (Jause/Einkehr)je nach Wahl

Für eine Person an einem Tagesausflug ohne Übernachtung bleibt der Kostenkern damit die Mautgebühr von 14 Euro pro PKW plus Verpflegung, das Parken selbst kostet auf der Postalm nichts extra. Wer öfter kommt, etwa für mehrere Wanderungen im Salzkammergut, rechnet sich die Halbjahreskarte für 69 Euro schnell aus. Der größte variable Posten bleibt wie bei den meisten Klettersteigen die Ausrüstung, falls sie noch fehlt.

Sicherheit & Ausrüstung

Der Postalm-Klettersteig ist kein Anfängersteig. Die Gesamtanforderung wird in der Fachliteratur als hoch eingestuft, und zwei Punkte solltest du vor dem Start kennen.

Erstens die Ausrüstung: komplettes Klettersteigset mit Bandfalldämpfer und zwei Karabinern, Helm, mittelfeste und wasserfeste Bergschuhe sowie wasserdichte Kleidung, denn in der Klamm ist es auch im Sommer deutlich kühler und feuchter als draußen. Für Jugendliche unter etwa 16 Jahren empfiehlt sich ein zusätzliches Sicherungsseil, der Steig selbst ist erst ab 14 Jahren freigegeben.

Zweitens die Klamm selbst: Steinschlaggefahr besteht im gesamten Schluchtbereich, bei Nässe werden die Fels- und Wiesenpassagen deutlich rutschiger. Die Gamsleckenwand am Schluss ist steil und teils überhängend, wer dort an seine Grenzen kommt, kann links umgehen. Die kurze F-Extremvariante daneben ist wirklich nur für sehr versierte Klettersteiggeher mit Erfahrung im Schwierigkeitsgrad E gedacht, für alle anderen ein reines Zuschauerstück. Vor dem Start lohnt ein Blick aufs Wetter: Die Hauptsaison läuft von Mai bis Oktober, bei Schnee oder Vereisung im oberen Bereich sollte die Tour verschoben werden.

Der Postalm-Klettersteig ist Teil unserer Übersicht aller Klettersteige Österreichs im Vergleich. Mehr Touren und Ziele in der Region gibt es im Überblick zu Salzburg und auf unserem Hub für alles über Tage. Der komplette Blick auf die Region, oben am Fels und unten im Berg, wartet auf der Startseite von Österreich – Oben und Unten.


Stand: Juli 2026. Quellen: Bergsteigen.com (Tourendaten Schwierigkeit/Höhenmeter/Dauer), klettersteig.de (GPS, Wegverlauf, historische Mautangabe), Schall-Verlag/OeAV-Topo (Schwierigkeitsdetails, Saison), Tourismusverband Abtenau/postalm.at (Mautgebühren, Hütten, Parken). Öffnungszeiten, Preise und Wegverhältnisse vor dem Besuch direkt bei Betreiber und Tourismusverband prüfen.

Häufige Fragen

Wie schwer ist der Postalm-Klettersteig?
Der untere Teil durch die Postalmklamm ist mit B bis C bewertet, kurze Stellen C/D. Die Gamsleckenwand am Schluss gilt als Schlüsselstelle mit D, wer will, kann sie links umgehen. Direkt daneben liegt eine kurze Extremvariante mit F, die nur sehr erfahrenen Klettersteiggehern mit Erfahrung im Schwierigkeitsgrad E vorbehalten bleibt.
Was kostet die Mautstraße zur Postalm?
Die Postalmstraße ist eine private Mautstraße. Im Sommer 2026 kostet die Fahrt mit dem PKW 14 Euro, ein Motorrad 7,50 Euro, ein Bus 78 Euro. Es gibt außerdem eine Halbjahreskarte für 69 Euro und eine Jahreskarte für PKW um 173 Euro (Stand: Tourismusverband Abtenau).
Wo parkt man für den Postalm-Klettersteig und was kostet das Parken?
Auf der Strobler Seite liegt ein eigens ausgewiesener Klettersteig-Parkplatz an einer Kehre der Mautstraße, GPS ungefähr 47.6624, 13.4593. Das Parken selbst ist auf der Postalm kostenlos, bezahlt wird nur einmalig die Mautgebühr für die Auffahrt.
Wie lange dauert der Postalm-Klettersteig?
Die reine Kletterzeit am Drahtseil liegt bei 3 bis 4 Stunden. Mit Zustieg von rund 10 bis 15 Minuten und Abstieg von etwa 1 bis 1,5 Stunden solltest du für die gesamte Tour 4,5 bis 6 Stunden einplanen.
Ist der Postalm-Klettersteig für Anfänger geeignet?
Nein. Der Klammteil verlangt bereits Klettersteig-Erfahrung, die Gamsleckenwand ist kraftraubend und überhängend. Der Steig ist erst ab 14 Jahren freigegeben, Jugendliche brauchen ein zusätzliches Sicherungsseil. Wer noch nie an einem Drahtseil war, sollte einen leichteren Steig wählen oder einen Bergführer buchen.
Wann ist der Postalm-Klettersteig geöffnet?
Die Hauptsaison läuft von Mai bis Oktober. Weil die Route durch eine Klamm führt, ist sie bei Nässe deutlich rutschiger, und bei Schnee oder Vereisung im oberen Bereich sollte man ganz darauf verzichten.