Untersberg bei Salzburg: Bergbahn, Panoramawanderung und die Karl-der-Große-Sage

Der Untersberg ist Salzburgs Hausberg. Mit der Seilbahn in 8 Minuten auf 1776 Meter, oben ein Plateau mit drei Stunden Wanderwegen und einer Höhle, die Karl den Großen versteckt haben soll.

Der Untersberg ist von Salzburg aus in 25 Minuten erreichbar. Die Seilbahn von St. Leonhard bringt einen ohne Anstrengung auf das Plateau, von wo aus drei mögliche Wanderungen Sinn ergeben. Wer einmal hier oben war, versteht, warum Salzburger ihren Hausberg mehr lieben als zugeben.

Warum man auf den Untersberg geht

Salzburg hat zwei Stadtberge, den Mönchsberg mitten in der Altstadt und den Kapuzinerberg auf der anderen Mur-Seite. Der Untersberg ist keiner davon. Er steht eine Viertelstunde mit dem Auto südlich der Stadt und ist mit 1973 Metern der höchste der drei. Stadt schaut hinauf, Berg schaut hinunter, das ist die Symbiose seit dem 8. Jahrhundert.

Die Bergbahn fährt seit 1961. Davor brauchten Salzburger einen ganzen Tag, um auf den Berg zu kommen. Heute reichen 8 Minuten, und das ändert das, was möglich ist.

Oben: was sich an einem Halbtag macht

Wer mit der Bahn hochfährt, kommt auf 1776 Meter aus. Drei Möglichkeiten ergeben sich, je nach Kondition und Wetter.

Die kurze Runde geht zum Geiereck, etwa 25 Minuten ohne große Höhenunterschiede. Am Geiereck steht ein Gipfelkreuz, der Blick öffnet sich nach Berchtesgaden und ins Salzburger Land. Wer nicht gut zu Fuß ist oder kleine Kinder hat, kommt hierher und kehrt um.

Die mittlere Wanderung geht weiter zum Salzburger Hochthron, 1853 Meter, der eigentliche Gipfel. 90 Minuten ab Bergstation, technisch unschwer, aber an einer Stelle ausgesetzt. Wer Höhenprobleme hat, sollte vorher nachdenken.

Die lange Variante ist eine Überschreitung Richtung Schellenberger Eishöhle in Deutschland. Sechs Stunden mit Abstieg, dann mit dem Postbus zurück nach Salzburg. Das ist Tagestour, kein Vormittag.

Unten: was die Höhle erzählt

Am Fuß des Berges, auf der bayerischen Seite, liegt die Schellenberger Eishöhle. Eingang ist eine ungeführte Strecke, Eintritt frei. In der Höhle wird es kalt, im August um die 0 °C, im Winter nicht viel kühler. Ausrüstung minimal, fester Schuh und Stirnlampe.

Die Höhle ist nicht im Salzburger Programm, weil sie auf deutscher Seite liegt. Wer mit Auto kommt, kann sie in den Tag einbauen. Wer mit Postbus kommt, lässt sie weg.

Untersberg-Sage: Karl der Große und der Bart

Die Sage erzählt, dass Karl der Große im Untersberg sitzt, mit seinem Bart durch einen Steintisch gewachsen, und wartet, bis der Bart dreimal um den Tisch herumgewachsen ist. Dann reitet er aus und führt die letzte Schlacht.

Diese Geschichte ist nicht karolingisch, sondern entstand im 16. Jahrhundert und gehört zur Kategorie der Endkaiser-Legenden, mit denen man die Hoffnung auf bessere Zeiten am Leben hielt. Im Volksmund hat sich die Sage gehalten, wird im Heimatmuseum St. Leonhard mehrfach erzählt, und der Berg wird gelegentlich von Esoterikern besucht, die Energiezentren suchen. Nichts davon stört den Wanderer.

Praktisches

Bergbahnen Untersberg fahren ab 9:00 in der Hauptsaison, im Winter etwas später. Letzte Talfahrt 17:00, danach kommt man nur zu Fuß runter. Tickets gibt es an der Talstation oder online, der Online-Preis ist gleich, aber spart Zeit.

Mit Auto: Salzburg-Süd Ausfahrt, dann Richtung Berchtesgaden, Beschilderung Untersbergbahn folgen. Parkplätze sind kostenlos.

Mit Bus: Linie 25 ab Salzburg Hauptbahnhof, Endstation Untersbergbahn. Etwa 40 Minuten.

Wetter ist auf 1800 Meter anders als unten. Im Sommer kann Wind kalt sein, im Winter ist Schneeschuh oder Tourenski Pflicht außerhalb der präparierten Wege. Die Bergstation hat ein Restaurant, das saisonal Hütten-Klassiker macht.

In der Nähe

Wer schon südlich von Salzburg ist, fügt einen Tag dazu. Die Eisriesenwelt in Werfen ist 40 Minuten weiter und kombiniert sich gut, weil sie ebenfalls Höhle mit Aussichtssituation kombiniert. Stadt-Salzburg ist mit der Festung Hohensalzburg und dem DomQuartier ein eigener Tag, der den Berg perfekt ergänzt.