Klettern Schwierigkeitsgrade: UIAA, Französisch & US-Skala im Vergleich
Klettern Schwierigkeitsgrade Tabelle: UIAA (röm.), Französisch, UK Tech/Adj, US/YDS und Fb/V-Scale in einer Vergleichstabelle mit 33 Graden - inklusive Grenzfälle und österreichischen Routenbeispielen.
Klettern Schwierigkeitsgrade sind das gemeinsame Maß dafür, wie schwer eine Route am Fels ist. In Österreich und im gesamten deutschsprachigen Alpenraum gilt dafür meist die UIAA-Skala mit römischen Ziffern von I bis XII und höher, international dagegen häufiger die französische Skala von 1 bis 9c. Dazu kommen die britische Tech-/Adjectival-Skala, die US-amerikanische YDS-Skala und, fürs Bouldern, die Fb- und V-Skala. Fünf Systeme, eine Aufgabe: die Kletterei möglichst vergleichbar einordnen. Diese Tabelle rechnet alle Schwierigkeitsgrade Zeile für Zeile um, von Grad I (Wandern mit Handeinsatz) bis zur Weltspitze bei UIAA XII / 9c. Dazwischen liegen die Grade, mit denen die österreichische Kletterszene tatsächlich lebt - vom Einsteiger-Klettergarten bis zum Wilder Kaiser.
Klettergrade-Tabelle: UIAA, Französisch, UK, US/YDS und Bouldergrade im Vergleich
Die Zuordnung zwischen den Skalen stammt aus den offiziellen Tabellen von ÖAV und DAV sowie, für die UK- und Bouldergrade, aus der DACH-Vergleichstabelle von bergfreunde.de - der einzigen Quelle, die alle fünf Systeme zeilenweise nebeneinanderstellt. Grenzfälle, die der ÖAV selbst als Kombigrad ausweist (etwa VII+/VIII-), sind mit ≈ markiert (Stand: 2026-07-18). Wer nur die Umrechnung zwischen zwei bestimmten Klettergrade-Systemen sucht, etwa UIAA zu Französisch, findet die passende Zeile am schnellsten über die erste oder zweite Spalte:
| UIAA (röm.) | Französisch | UK Tech | UK Adj | US/YDS | Fb/V-Scale | Österreich-Beispiel |
|---|---|---|---|---|---|---|
| I | 1 | 1 | M | 5.0 | 1 | - |
| II | 2 | 2 | M/D | 5.1 | 1 | Admonter Reichenstein, Normalweg, Gesäuse |
| III | 3 | 3 | D | 5.2 | 1/2 | Trisslwand, Stügerweg, Totes Gebirge |
| IV | 4 | 4a | D/VD | 5.3 | 2 | Dachstein Südwand, Pichlweg |
| IV+ | 4+ | 4a | VD | 5.4 | 2 | - |
| V- | 5a | 4a/4b | S | 5.5 | 2/3 | - |
| V | 5a/5b | 4b | HS | 5.6 | 3 | - |
| V+ | 5b | 4c | HS/VS | 5.7 | 4a | - |
| VI- ≈ | 5b/5c | 4c/5a | VS | 5.8 | 4a/4b | - |
| VI | 5c | 5a | HVS | 5.9 | 4b | Totenkirchl, Kirchlexpress, Wilder Kaiser |
| VI+ | 6a | 5a/5b | E1 | 5.10a | 4c | Röthelstein, Broken Soul, Grazer Bergland |
| VII- | 6a+ | 5b | E1/E2 | 5.10b | 5a | - |
| VII | 6b | 5b/5c | E2 | 5.10c | 5b | Torsäule, Heiße Liebe, Hochkönig |
| VII+ | 6b+ | 5c | E2/E3 | 5.10d | 5c | - |
| VII+/VIII- ≈ | 6c | 5c | E3 | 5.11a | 6a | - |
| VIII- | 6c+ | 5c/6a | E3/E4 | 5.11b | 6a+ | - |
| VIII | 7a | 6a | E4 | 5.11c | 6b | Kopfkraxen, Sekundenglück, Wilder Kaiser |
| VIII+ | 7a+ | 6a | E4/E5 | 5.11d | 6b+ | - |
| VIII+/IX- ≈ | 7b | 6a/6b | E5 | 5.12a | 6b+/6c | - |
| IX- | 7b+ | 6b | E5/E6 | 5.12b | 6c | - |
| IX | 7c | 6b/6c | E6 | 5.12c | 6c+ | - |
| IX+ | 7c+ | 6c | E6/E7 | 5.12d | 7a | - |
| IX+/X- ≈ | 8a | 6c | E7 | 5.13a | 7a+ | - |
| X- | 8a/8a+ | 6c/7a | E7/E8 | 5.13b | 7a+/7b | - |
| X | 8b | 7a | E9 | 5.13d | 7b+ | - |
| X+ | 8b+ | 7a/7b | E9/E10 | 5.14a | 7c | Des Kaisers neue Kleider, Fleischbankpfeiler, Wilder Kaiser |
| X+/XI- ≈ | 8c | 7b | E10 | 5.14b | 7c+ | - |
| XI- | 8c+ | 7b | E11 | 5.14c | 7c+/8a | - |
| XI | 9a | 7b | E11 | 5.14d | 8a | - |
| XI+ | 9a+ | >7b | >E11 | 5.15a | 8a+ | - |
| XI+/XII- ≈ | 9b | >7b | >E11 | 5.15b | 8b+ | - |
| XII- | 9b+ | >7b | >E11 | 5.15c | 8c | - |
| XII | 9c | >7b | >E11 | 5.15d | 8c+ | Weltweit höchster bestätigter Grad (nicht in Österreich) |
Ein Klettergarten mit “bis VIII” wie Dörnbach bei Linz deckt in dieser Tabelle also schon die halbe Skala ab - vom Einstieg bis in den anspruchsvollen Sportkletterbereich.
Für den Alltag reicht meist ein Ausschnitt dieser Klettergrade-Tabelle. Einsteiger orientieren sich an den ersten zehn Zeilen (I bis VI-), Hallenkletterer mit ein, zwei Jahren Erfahrung bewegen sich zwischen VI und VIII, und alles ab IX ist selbst unter ambitionierten Sportkletterern eine kleine Minderheit. Wer eine Route aus einem internationalen Führer oder einer App wie 27crags nachschlägt und nur die französische Zahl kennt, findet über diese Tabelle in Sekunden die passende UIAA-Zeile - und umgekehrt. Als Kletterskala Vergleich für den Alltag reicht diese eine Tabelle völlig aus, ein Lesezeichen ersetzt hier jede Umrechnungs-App.
UIAA-Skala: die österreichische Grundwährung
Wer in Österreich am Fels unterwegs ist, denkt in römischen Ziffern. Die UIAA-Skala reicht von I bis mindestens XII und ist bewusst nach oben offen, weil sich zeigte, dass Material und Training die Grenze des Machbaren immer wieder verschieben. Ihre Geschichte ist älter als man denkt: 1913 stellte Hans Dülfer eine fünfstufige Skala vor, 1923 folgte Willo Welzenbach mit sechs Stufen. 1932 wurde in Bern die UIAA (Union Internationale des Associations d’Alpinisme) gegründet, der internationale Dachverband, der der Skala später ihren Namen gab.
Der spannendste Sprung passierte in Tirol. Bis in die 1970er-Jahre galt UIAA 6+ als das, was ein Mensch am Fels maximal schaffen kann - Zitat Reinhold Messner, der die unteren Grade einmal mit “das Begehen einer steilen Treppe” verglich, die oberen mit “dem Klettern einer Raufasertapete”. 1977 fiel diese Grenze: Mit der Erstbegehung der Route “Pumprisse” am Fleischbank im Wilder Kaiser wurde offiziell der 7. Schwierigkeitsgrad geboren. Von da an ging es nach oben weiter, bis zur heutigen Zwölf.
Vergeben wird ein UIAA-Grad übrigens nicht von einer Kommission. Der oder die Erstbegeher schlägt beim ersten Durchstieg eine Zahl vor, meist im Kletterführer oder auf Plattformen wie 27crags vermerkt, und die Community pendelt den Wert über Jahre durch Wiederholungen ein. Deshalb “wandern” manche Routen im Lauf der Zeit einen halben Grad nach oben oder unten - kein Fehler in der Skala, sondern ein normaler Abgleich vieler subjektiver Einschätzungen.
Französische Skala: der internationale Standard
Außerhalb des Alpenraums, vor allem im Sportklettern, zählt fast überall die französische Skala - einfache Zahlen von 1 bis 9, ergänzt um Buchstaben (a, b, c) und Plus-Zeichen für Zwischenstufen. Auch in Skandinavien ist sie bei schweren Routen üblich. Für viele Kletterhallen in Österreich ist sie inzwischen die Skala, in der Routen tatsächlich markiert werden, während am Fels draußen noch die UIAA-Zahlen dominieren. Wer beide Systeme im Kopf hat, kann Führer, Apps und Hallenskalen gleichermaßen lesen, ohne jedes Mal umzurechnen.
Praktisch heißt das für Österreich: Am Naturfels im Wilder Kaiser oder in der Steiermark steht meist noch die römische Ziffer im Topo, während in Wiener oder Innsbrucker Kletterhallen die Griffe schon länger mit 6a, 6b, 6c beschriftet sind. Für Kursteilnehmer und Umsteiger aus dem Ausland ist die französische Kletterskala deshalb oft der leichtere Einstieg, weil sie in fast jedem internationalen Kletterurlaub dieselbe bleibt.
UK-Skala und US/YDS: zwei sehr unterschiedliche Denkweisen
Die britische Skala kombiniert zwei Werte: einen technischen Grad (etwa 5b) und einen Adjectival Grade (etwa E3), der zusätzlich das Absicherungsrisiko einpreist. Genau das macht sie schwer vergleichbar - bergzeit.de, bergfreunde.de und 7a-akademie.com sind sich hier einig: Die britische E-Skala ist von allen fünf Systemen am schwersten auf andere zu übertragen, weil eine Route mit wenig Sicherungsmöglichkeiten schnell einen viel höheren Adjectival-Grad bekommt als ihre reine Kletterschwierigkeit vermuten lässt.
Die US-Skala YDS zählt dagegen linear durch, mit dem Präfix 5 für Klettern (5.0 bis theoretisch 5.15 und höher) und Buchstaben a bis d für die Feinabstufung ab Grad 5.10. Sie ist Standard in Nordamerika und, überraschenderweise, auch in Südkorea verbreitet. Für österreichische Kletterer taucht sie vor allem in internationalen Videos, Apps und Foren auf, seltener am heimischen Fels selbst.
Ein Beispiel zeigt den Unterschied gut: UIAA VIII entspricht in etwa YDS 5.11c, aber sowohl E4 (UK) als auch 5.11c sagen nichts darüber, wie gut die Route abgesichert ist. Eine österreichische Sportkletterroute mit UIAA VIII in einem gut gebohrten Klettergarten fühlt sich völlig anders an als eine britische Trad-Route im selben technischen Grad, bei der ein Sturz auch mal fünf Meter tief ausfällt, weil die nächste Sicherung fehlt.
Bouldern: Fb- und V-Skala
Bouldern hat eigene Skalen, weil kurze, kraftbetonte Bewegungen anders bewertet werden als lange, ausdauernde Routen - bergfreunde.de bringt es mit dem Bild vom Sprinter gegen den Marathonläufer auf den Punkt. Die Fontainebleau-Skala (Fb) ist die europäische Variante, von 1 bis 8c+, die V-Skala (V0 bis V16) die international gebräuchlichere, vor allem in Nordamerika. In den unteren Graden ist die Zuordnung zur UIAA-Kletterskala fast bedeutungslos, weil dort kaum jemand boulert. Erst ab UIAA VI aufwärts wird der Vergleich in Boulderhallen und -führern tatsächlich benutzt, auch wenn er methodisch wackelig bleibt: Ein starker Boulderer im Grad 7a klettert nicht automatisch UIAA IX im Seil, obwohl die Ziffern das nahelegen.
In heimischen Boulderhallen hat sich in den letzten Jahren meist die V-Skala beim Bouldern oder ein eigenes Farbsystem durchgesetzt, während Fb in gedruckten Boulderführern und bei alpinen Blöcken üblicher bleibt. Wer eine Boulder-Grade-Tabelle sucht, um zwischen Halle und Fels zu wechseln, sollte also nicht nur die Zahl, sondern auch das System dahinter im Kopf behalten. Schwierigkeitsgrade beim Bouldern und beim Sportklettern bleiben eben zwei verschiedene Sprachen, auch wenn beide mit ähnlichen Ziffern arbeiten.
Umrechnung & Grenzfälle: wo die Tabelle wackelt
Die Umrechnung zwischen den Skalen ist ausdrücklich nicht linear. In den unteren und mittleren Graden - von UIAA II bis etwa VII - sind die Entsprechungen stabil, weil sie historisch parallel gewachsen sind. Je höher man kommt, desto mehr weichen die Systeme auseinander, und genau dort tauchen in der offiziellen ÖAV-Tabelle die Kombigrade auf: VI-, VII+/VIII-, VIII+/IX-, IX+/X-, X+/XI- und XI+/XII- sind vom Alpenverein selbst als Grenzfälle ausgewiesen, nicht als Interpretation dieser Tabelle. Wer also eine Route mit ”≈“-Markierung im Führer findet, sollte sie nicht als exakten Wert lesen, sondern als Bereich zwischen zwei Nachbargraden.
Ein zweiter Grund für die Unschärfe: Manche Umrechnungen kombinieren Disziplinen, die eigentlich nicht direkt vergleichbar sind - Eisklettern gegen Felsklettern, oder eben Bouldern gegen Seilklettern. Als grobe Orientierung reicht die Tabelle trotzdem für die allermeisten Zwecke, von der ersten Halle bis zur Tourenplanung im Wilder Kaiser.
Ein konkretes Beispiel für die Unschärfe: Zwischen UIAA VI (5c) und UIAA VII (6b) liegen laut Tabelle nur zwei Zwischenstufen, gefühlt aber oft ein größerer Sprung in der Ausdauer- und Fingerkraftanforderung. Genau in diesem Bereich häufen sich deshalb die vom ÖAV selbst benannten Kombigrade wie VI- oder VII+/VIII-.
Was die Grade im Fels wirklich bedeuten
Zahlen und Buchstaben sagen wenig, solange man nicht weiß, wie sie sich anfühlen. Der ÖAV beschreibt Grad VI offiziell als “Überaus große Schwierigkeit”: überdurchschnittliches Können, guter Trainingsstand, große Ausgesetztheit, oft mit kleinen Standplätzen - Passagen, die meist nur bei guten Bedingungen zu bewältigen sind. Das ist der Punkt, an dem viele Sportkletterer aus der Halle am echten Fels zum ersten Mal merken, dass Griffgröße allein nichts über Schwierigkeit aussagt.
Der Wilder Kaiser in Tirol ist dafür das klassische Übungsfeld Österreichs: vom Kirchlexpress am Totenkirchl (VI, 20 Seillängen) bis zum Kopfkraxen mit der Route “Sekundenglück” (VIII) deckt eine einzige Bergkette fast das gesamte Spektrum vom Fortgeschrittenen- bis zum Eliteniveau ab. Ganz oben in dieser Reihe steht “Des Kaisers neue Kleider” am Fleischbankpfeiler: 240 Meter, neun Seillängen, Grad X+/8b+, erstbegangen 1994 von Stefan Glowacz. Sie gehört zur sogenannten Alpinen Trilogie und gilt bis heute als eine der schwersten Mehrseillängenrouten des Wilder Kaiser.
Wer nicht extra nach Tirol fahren will, findet nahe Wien den Peilstein im Bezirk Baden - mit über 800 Routen von Grad 1 bis 11- UIAA praktisch ein Freiluft-Nachschlagewerk für alle Schwierigkeitsgrade auf einen Ausflug. Genau deshalb lohnt sich die Tabelle: Sie macht Peilstein-Route und Kaiser-Klassiker auf einen Blick vergleichbar, unabhängig davon, in welcher Skala der jeweilige Führer rechnet.
Für den Einstieg lohnt ein Blick nach Rastenfeld im Kamptal, Niederösterreich: Der Klettergarten am Purzelkamp hält sich überwiegend in den unteren Graden und ist damit einer der entspannteren ersten Kletterausflüge außerhalb der Halle. Am anderen Ende des Erfahrungsspektrums liegt die Kreuzwand im Maltatal, Kärnten, mitten im Nationalpark Hohe Tauern - ein Mehrgrad-Klettergarten, der von Fortgeschrittenen-Niveau bis in höhere Grade reicht und damit gut zeigt, wie unterschiedlich sich zwei Klettergärten mit derselben Skala anfühlen können.
Was diese Tabelle bewusst nicht abdeckt, sind die Klettersteig-Schwierigkeitsgrade A bis F - ein eigenes System für Drahtseil-Routen mit Trittbügeln, das mit reinem Sportklettern wenig zu tun hat. Wer beide Welten vergleichen will, findet die passende Übersicht der markiertesten Steige in der Vergleichstabelle aller Klettersteige Österreichs.
Stand: 2026-07-18. Quellen: Österreichischer Alpenverein (ÖAV-PDF “Schwierigkeitsskala KLETTERN”, alpenverein.at), Deutscher Alpenverein (DAV-PDFs “Schwierigkeitsgrade beim Klettern” und “beim Felsklettern”, alpenverein.de), bergfreunde.de (DACH-Vergleichstabelle UIAA/Französisch/UK/YDS/Fb/V-Scale), bergzeit.de, 7a-akademie.com sowie deutsch- und englischsprachige Wikipedia-Artikel zur UIAA-Skala und zu Grade-Milestones im Sportklettern. Einzelne Grenzfälle und historische Jahreszahlen unterscheiden sich je nach Quelle leicht - vor sicherheitsrelevanten Entscheidungen zusätzlich den aktuellen Kletterführer oder die Sektion des Alpenvereins konsultieren.
Häufige Fragen
- Was bedeuten die Kletter-Schwierigkeitsgrade UIAA, Französisch und Co.?
- Es gibt weltweit mehrere parallele Systeme, die die Schwierigkeit einer Kletterroute in eine Zahl oder ein Zeichen packen. Im deutschsprachigen Alpenraum ist die UIAA-Skala mit römischen Ziffern (I bis XII+) am gebräuchlichsten, international dominiert die französische Skala (1 bis 9c). Dazu kommen die britische Tech-/Adjectival-Skala, die US-amerikanische YDS-Skala (5.x) und für Bouldern die Fb- und V-Skala. Alle bewerten dieselbe Sache - wie schwer eine Bewegung oder Route ist -, nur mit unterschiedlicher Zählweise.
- Wie vergleichbar sind UIAA und französische Skala wirklich?
- Nur bedingt. Die Umrechnung ist ausdrücklich nicht linear, gerade in den oberen Graden weichen die Systeme spürbar voneinander ab. In den unteren und mittleren Graden (I bis VII) sind die Entsprechungen relativ stabil, ab UIAA VIII wird die Zuordnung unschärfer und manche Kletterhallen oder Führer runden unterschiedlich. Als grobe Orientierung taugt eine Umrechnungstabelle trotzdem gut, als exakte Formel nicht.
- Was bedeutet UIAA VI in der Praxis?
- Der Österreichische Alpenverein beschreibt Grad VI offiziell als "Überaus große Schwierigkeit": Die Kletterei erfordert überdurchschnittliches Können und guten Trainingsstand, dazu große Ausgesetztheit, oft mit kleinen Standplätzen. Solche Passagen sind in der Regel nur bei guten Bedingungen zu bewältigen. Praktisch heißt das: kein Grad für den ersten Klettertag, aber machbar für trainierte Sportkletterer mit etwas Erfahrung im Vorstieg.
- Was ist der schwerste Kletter-Grad der Welt?
- Aktuell UIAA XII, französisch 9c, YDS 5.15d. Adam Ondra durchstieg am 3. September 2017 als Erster die Route "Silence" in einer Höhle bei Flatanger, Norwegen, in diesem Grad. Seither sind laut Wikipedia-Listen drei weitere 9c-Routen bestätigt worden, darunter "B.I.G." von Jakob Schubert (2023) ebenfalls in Flatanger. Wiederholt wurde bisher keine dieser Routen, eine unabhängige Bestätigung des Grades steht also jeweils noch aus.
- Welche Kletterskala gilt wo?
- Die UIAA-Skala dominiert im deutschsprachigen Alpenraum: Österreich, Deutschland, Schweiz und Teile Italiens und Osteuropas. Die französische Skala ist international im Sportklettern Standard und wird auch in Skandinavien bei schweren Routen verwendet. Nordamerika rechnet in YDS, das auch in Südkorea verbreitet ist. Eine Sonderrolle spielt die Sächsische Skala, die ausschließlich im Elbsandsteingebirge gilt und traditionell ohne moderne Sicherungsmittel wie Friends oder Keile auskommt.
- Wann kam der 7. Schwierigkeitsgrad dazu, und was hat Österreich damit zu tun?
- Lange galt UIAA 6+ als das technisch Machbare. Das änderte sich 1977 mit der Erstbegehung der Route "Pumprisse" am Fleischbank im Wilder Kaiser, Tirol - dem ersten Weg, der offiziell den 7. Grad bekam. Die Skala wurde später nach oben offen gestaltet, weil sich zeigte, dass es mit besserem Material und Training immer weiter nach oben geht. Heute reicht sie bis XII und mehr.